Über uns

Selbstverständnis

Kämpfen heißt Leben!

Wir leben in einer Gesellschaft, die generationsübergreifend ökonomische Ausbeutung, verschiedenste Unterdrückungsmechanismen, Krieg und Faschismus hervorbringt und unterstützt. Wir haben uns das nicht ausgesucht. Wir konnten uns nicht entscheiden, wie die Gesellschaft aussehen soll, in die wir hineingeboren wurden. Was wir uns jedoch aussuchen können, ist diese Gesellschaft nicht als alternativlos zu betrachten und für ihre Überwindung zu kämpfen. Wir kämpfen für eine solidarische, klassenlose Gesellschaft, in der Herkunft und Geschlecht keine Rolle spielen. Wo wir Widersprüche sehen, benennen wir diese. Erkämpfte Positionen und Errungenschaften verteidigen wir. Die Mittel lassen wir uns dabei nicht diktieren, denn alle Mittel des fortschrittlichen Widerstands gegen Ausbeutung und Unterdrückung sind gerechtfertigt.

Die Rechte macht mobil

In der Zeit, in der wir begannen uns zu organisieren, lief jeden Montag der rassistische Mob durch die Straßen und jede Woche brannten Flüchtlingsunterkünfte. Anstatt sich damals den ersten Zügen des gesellschaftlichen Rechtsrucks entschlossen entgegen zu stellen, schottete die sogenannte „bürgerliche Mitte“ Europa gegen fliehenden Menschen ab, hofierte die Rassist*innen auf den Titelseiten und luden sie in sämtliche Talkshows ein.

Dies hielt die Wähler*innen des rechten Randes keineswegs bei den etablierten Parteien, sondern verschaffte der rechten Sammelpartei AfD einem ungeahnten Aufwind und verhalf ihr, sich in den Parlamenten zu etablieren. Doch mit ihrer rassistischen Hetzte sind sie dort längst nicht alleine. Die Parteien der „Mitte der Gesellschaft“, von der CSU bis zu den Grünen, bedienen sich rassistischer Argumente und setzen zentrale Forderungen der Rechten in entsprechender Gesetzgebung um. So tragen sie zum Beispiel die Verantwortung dafür, dass ein Großteil der Geflüchteten in Lager gepfercht und Jahr für Jahr das Asylrecht weiter ausgehöhlt wird. Es wundert deshalb nicht, das die Frage einer Regierungsbeteiligung der AfD von Wahl zu Wahl akuter wird. Mit jedem neuen „Tabubruch“, sei es von den Rassist*innen selbst oder im Umgang mit ihnen, wird die Grenze des gesellschaftlich Sag- und Machbaren weiter nach Rechts verschoben.

Doch der Rechtsruck findet nicht nur in den Parlamenten statt. Auch die militanten Faschist*innen finden seit der letzten Krise mehr Zuspruch. Die dauerhafte Präsenz der rechten Propaganda in den sozialen Medien, und die kontinuierliche Berichterstattung der bürgerlichen Presse darüber, vermitteln ihnen das Gefühl, für „berechtigte Sorgen“ zu zündeln. Die Zahl der montaglichen Aufmärsche und Brandanschläge nahm mit der Schließung der europäischen Außengrenzen zwar wieder ab, doch die Brandstifter*innen sind immer noch da. Weniger offensichtlich bilden sich aus deren Reihen immer mehr bewaffnete Neonazigruppen. Organisierte Ausschreitungen, Anschläge und Morde bleiben entsprechend nicht aus.

Mit jedem Tag wird die Notwendigkeit antifaschistischer Organisierung offensichtlicher. Wir müssen dem Rechtsruck entgegentreten. Dafür brauchen wir feste Strukturen und Kontinuität. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten: Antifaschismus in die Offensive bringen, Perspektiven aufzeigen, agitieren, uns selbst bilden, Nazistrukturen angreifen, eigene Strukturen aufbauen – viel zu tun.

Faschismus- und Gesellschaftsanalyse

kontinuierlich

Es braucht also eine organisierte antifaschistische Bewegung. Eine Antifa, die nicht nur widerspricht sondern offensiv auf die Straße geht und rechte Strukturen direkt angreift.

Der Rechtsruck hat die linke Bewegung in einer Zeit erwischt in der diese größtenteils diskutierte, wie zeitgemäß „Antifa“ eigentlich noch ist. In den Jahren nach dem „Aufstand der Anständigen“ verlagerten viele antifaschistische Gruppen ihren Schwerpunkt immer mehr auf soziale Kämpfe – auch auf Kosten der antifaschistischen Arbeit.

Natürlich ist der Fehler nicht die klassenkämpferische Arbeit an sich – im Gegenteil: Für uns sind Antifaschismus und Klassenkampf untrennbar verbunden. Jedoch ist es falsch, beides gegeneinander zu diskutieren. Es reicht nicht kampagnenartig, ab und an etwas gegen besonders große Naziaufmärsche zu unternehmen. Wir brauchen antifaschistische Strukturen die den Rechten kontinuierlich, informiert und lokal entgegentreten.

revolutionär

Und doch ist Antifa nicht alles, wir leben in einer Gesellschaft in der wir alltäglich von sozialen Abstieg, Vereinzelung und Verarmung bedroht sind. Statt gegen die herrschenden Verhältnisse zu kämpfen, treten viele lieber nach unten und streiten mit den anderen Verlierer*innen dieses Systems um die Brotkrumen, die vom Tisch der Kapitalist*innen fallen. Dieser Konkurrenzkampf wird durch rassistische Ressentiments und patriarchalen Strukturen geschürt und verschärft. Die Rechte nutzt ihn als Grundlage für ihre Propaganda.

In diesen ungewissen Zeiten sind die Zukunftsängste keineswegs falsch. Genauso wenig wie die Erkenntnis, dass sich die eigenen Verhältnisse unter CDU/CSU, der SPD oder den Grünen nicht wieder bessern werden. Doch das daraus die AfD und Co mit ihren falschen Antworten auf die richtigen Fragen solche Erfolge erzielen können, liegt auch daran, dass die sozialistischen Alternativen zur kapitalistischen Ausbeutung in der Gesellschaft nicht mehr wahrnehmbar sind.

Der Kapitalismus hat Rassismus und Sexismus integriert und die Gefahr des Faschismus erst herauf beschworen. Die Ersteren zu überwinden und die letztere Gefahr zu bannen, wird deshalb nicht möglich sein, ohne den Kapitalismus selbst zu stürzen. Auch wenn wir uns als explizit antifaschistische Gruppe organisieren, sehen wir deshalb dennoch die Notwendigkeit, uns klar für eine Perspektive jenseits der kapitalistischen Ausbeute zu positionieren.

zusammen

Wir müssen raus aus der Subkultur und Abgrenzungsbedürfnisse hinter uns lassen. So besorgniserregend diese neue Qualität rechter Mobilisierung ist, so deutlich zeigt sie breiten Teilen der Bevölkerung, dass konsequenter Widerstand notwendig ist. Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Deshalb müssen wir als Bewegung ansprechbar werden, um denjenigen, die kein objektives Interesse am Faschismus haben, die Möglichkeit zu bieten sich uns anzuschließen. Wir müssen uns bilden, nicht als Selbstzweck, sondern um in unübersichtlichen Zeiten den Überblick zu behalten. Nur mit einer Kombination aus Theorie und Praxis können wir die Rückschläge von heute in die Siege von morgen verwandeln. Wir müssen Bündnisse eingehen, ohne dabei unsere Inhalte aufs Spiel zu setzen. So wichtig es ist, möglichst viele Menschen gegen Rechts auf die Straße zu bringen, so wichtig ist es auch, Unterschiede zu benennen ohne uns in innerlinken Konflikten zu verzetteln. In breiten Bündnissen legen wir Wert darauf, dass unsere Positionen immer eigenständig Wirkung entfalten und nicht zu Gunsten eines Minimalkonsens untergehen. Antifaschismus ist für uns ein Mittel, um die Errungenschaften der lohnabhängigen Klasse zu verteidigen und die Grundlage zu schaffen, um über diese hinaus zu kommen. Diejenigen dagegen, die Ausbeutung und Krieg mit antifaschistischer Rhetorik rechtfertigen, sind nicht Teil der Lösung sondern Teil des Problems.

bundesweit

Wir wollen Teil einer antifaschistischen Bewegung sein, die kontinuierlich und organisiert den oben genannten Ansprüchen gerecht wird. Unsere Gegner*innen sind bundesweit aktiv und gut vernetzt. Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns als antifaschistische Bewegung so aufstellen, dass wir auch im ganzen Land handlungsfähig sind. In unserem Organisierungsprozess wollen wir uns deshalb nicht nur mit lokalen und regionalen sondern auch mit bundesweiten Strukturen vernetzen und diese ausbauen. Nur gemeinsam können wir uns so aufstellen, dass wir in der Lage sind, faschistische und rassistische Strukturen zu zerschlagen. Gleichzeitig wollen wir dazu beitragen verschiedenste progressive Kämpfe zusammenzuführen.

Unser letztendliches Ziel ist klar: die klassenlose Gesellschaft!

In diesen Zeiten organisieren wir uns also. Einiges Positives, viel Negatives. Wir wollen kämpfen und wir wollen gewinnen. Alles andere können wir uns nicht leisten. Wie also gewinnen? Ein Baustein in einer revolutionären Strategie ist gut organisierter Antifaschismus.

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Schwur von Buchenwald

Dafür müssen die gesellschaftlichen Mittel der Produktion endlich in die Hände einer sich freiwillig organisierenden und arbeitenden Gesellschaft übergehen und die Menschen so die Möglichkeit erhalten, ihre Geschichte selbst zu bestimmen.

Befreien wir uns aus der Individualisierung und stellen wir uns organisiert dagegen:

antifaschistisch, antikapitalistisch, feministisch, revolutionär!