Damals wie Heute: Organisiert kämpfen gegen Faschismus


Am 08. Mai vor 76 Jahren wurde die Befreiung Deutschlands und somit der Sieg über die Faschist*innen von den Alliierten ausgerufen . Zuvor hatte die faschistische Bestie große Teile Europas in Schutt und Asche gelegt und Millionen von Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet.

Doch wohin die Faschist*innen auch kamen, trafen sie auch auf Widerstand. Ob Menschen, die Jüd*innen und andere Verfolgte bei sich versteckten, Widerstandsgruppen, oder Partisan*innen: Wenn wir am 08. Mai auf die Straße gehen, dann auch in Erinnerung an all jene, die ihr Leben bereitwillig in die Waagschale warfen, um sich den Barbaren in den Weg zu stellen. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit, dienen uns als Inspiration für unsere heutigen Kämpfe. Denn auch wenn der Faschismus an der Macht besiegt wurde, besteht sein Geist auch heute noch weiter fort. Die Anschläge von München, Halle und Hanau haben das mehr als deutlich gezeigt. Sie sind das Resultat rechter Hetze, die seit ein paar Jahren auch wieder offen durch den Bundestag und die großen Medienhäuser schallt und in Sozialen Medien um Aufmerksamkeit lechzt. Zwar steht wohl kaum ein faschistischer Staat vor der Tür, doch die Glut lodert noch und das Feuer kann wieder entfachen.

In der kapitalistischen Klassengesellschaft, in der wir auch heute noch leben, sind Krisen unumgänglich und große gesellschaftliche Gruppen fürchten den sozialen Abstieg. Gerade in der jetzigen „Coronakrise“ können wir beobachten, wie schnell die Lage kippen kann.

Der ständige Konkurrenzkampf um die Krümel des gesellschaftlichen Reichtums bietet, heute wie damals, den Rechten einen Nährboden für Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Heute wie damals profitieren Sie von den Zukunftsängsten der Menschen und dem Vertrauensverlust in die herrschende Ordnung. Die gesellschaftlichen Wurzeln des Faschismus sind offensichtlich immer noch vorhanden.

Die reaktionären politischen Kräfte sind heute in einer Offensive. Ihre Politik richtet sich gegen Migrant*innen, gegen die Rechte der Frauen* und allgemein gegen erkämpfte Errungenschaften der Lohnabhängigen. Auch die vorhandenen bürgerlichen Freiheiten werden mehr und mehr angegriffen. Gerade in den Protesten der Coronaleugner*innen und Esoteriker*innen wittern sie humanes Potential zur Unterstützung ihrer Machtphantasien und ihres Menschenhass. Mit größtem Eifer bidern sich Organisationen von AfD über Identitäre Bewegung bis III. Weg den Querdenkern an. Das Knäul aus Esoteriker*innen, Egozentriker*innen und Rechten inszeniert sich als Widerstandsbewegung und wägt sich vermeintlich auf einer Linie mit dem Widerstand gegen den Faschismus. Es ist an uns sie als das zu entlarven was sie sind: Sozialdarwinist*innen, deren Freiheit gleich bedeutend mit dem Tod der durch das Virus besonders bedrohten ist.

Um den Rechten etwas entgegen setzen zu können, müssen wir uns organisieren, in unseren Städten aber auch darüber hinaus. Nur gemeinsam können wir Strategien gegen Rechts entwickeln. In der Praxis heißt das, auf verschiedenen Ebenen und für möglichst Viele verständlich, den Faschist*innen jeglichen Agitationsraum streitig zu machen, ihre Auftritte nicht ungestört zuzulassen und ihre Positionen öffentlich zu delegitimieren.

Unserem antifaschistischen Anspruch gerecht zu werden heißt aber auch, die eigene Seite aufzubauen. Wieder zu einer antifaschistischen Bewegung zu werden, die ihre eigene Geschichte kennt und in der all jene Platz finden, die am kapitalistischen System, genauso wie am Faschismus und Rechtsruck kein Interesse haben.

Am 08. Mai wollen wir um die Opfer der deutschen Faschismus trauern, das Gedenken an den Widerstand gegen ihn wach halten und an die Notwendigkeit eines konsequenten Antifaschismus erinnern.

Gehen wir es an – Schulter an Schulter – Gegen Krieg und Faschismus!

08. Mai 2021
19:30 Uhr
Rotkreuzplatz

Neben der Demonstration am Abend wird es am 8. Mai untertags um 10:30 Uhr und um 13:30 Uhr jeweils auch noch Kundgebungen am Platz der Opfer des Nationalsozialismus geben!

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