In Gedenken an Bruno Tesch

In Gedenken an Bruno Tesch


Wie auch im letzten Jahr, wollen wir auch dieses Jahr den 08. Mai nutzen, um auf das Gedenken an Widerstandskämpfer*innen wieder zu beleben. Wir sehen uns in der Tradition all jener Antifaschist*innen, die in den letzten 100 Jahren gegen den Faschismus kämpften. Eine antifaschistische Erinnerungskultur ist für uns ein wichtiger Baustein, um von vereinzelten Gruppierungen wieder zu einer kontinuierlichen antifaschistischen Bewegung zu wachsen. Deshalb erinnern wir heute an: Bruno Tesch, geb. 22.04.1913, hingerichtet am 01.08.1933 in Altona

Bruno Tesch war ein junger Antifaschist aus Altona. Schon während seiner Lehre begann er sich für sozialistische Ideen zu begeistern und trat der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Ein Jahr später schloss er sich, enttäuscht von der Politik der SPD, dem Kommunistischen Jugendbund an. Dort half er vor allem beim Aufbau antifaschistischen Selbstschutzverbänden mit, um dem Straßenterror der SA Einhalt zu gebieten. Für die Nazis war er deshalb bald kein Unbekannter mehr.

Am 17. Juni 1932 versuchte die NSDAP einen Propagandamarsch durch Altona durchzuführen. 7000 SA- und SS-Mitglieder lief teils bewaffnet und geschützt durch ein massives Polizeiaufgebot durch die Hochburg der Arbeiter*innenbewegung. Wie zu erwarten, kam es zu häftigen Auseinandersetzungen zwischen den Faschist*innen und den Häuserschutzstaffeln der „Antifaschistischen Aktion“. Erste Schüsse vielen und die Situation begann völlig zu eskalieren, als die Polizei wahllos in die Menge der Gegendemonstrant*innen schoss. Am Altonaer Blutsonntag starben insgesamt18 Menschen, darunter zwei Faschisten.

Auch Bruno beteiligte sich an den Widerstandsaktionen. Von den Auseinandersetzungen mit der SA schwer am Kopf verletzt, wurde er auf dem Nachhauseweg von der Polizei verhaftet. Drei frühere Arbeitskollegen, alle SA-Mitglieder, hatten behauptet ihn mit einer Waffe in der Hand gesehen zu haben. Der Prozess begann erst im Mai 1933 und sollte zum ersten Schauprozess der NS-Justiz werden. Stichhaltige Beweise konnten die Anklage nicht vorlegen. Sie stützen sich fast Ausschließlich auf die Aussagen der SA-Mitglieder. Trotzdem wurde er und drei weitere Antifaschisten zum Tode verurteilt. Gerade einmal 20 Jahre alt wurde Bruno Tesch, bevor der junge Antifaschist im August 1933 zum ersten Opfer der faschistischen Justiz wurde.

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