08. Mai – Erinnern heißt Kämpfen!08. Mai – Erinnern heißt Kämpfen!08. Mai – Erinnern heißt Kämpfen!

08. Mai – Erinnern heißt Kämpfen!


  „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“

Mit diesen Zeilen warnte Bertolt Brecht schon 1941 davor, dass die Gefahr des Faschismus mit einem Sieg über Hitler nicht gebannt sein wird. Am 08 Mai 2020 feiern wir nun zum 75. Mal die Befreiung vom deutschen Faschismus und der Beendigung des II. Weltkriegs in Europa. Doch heute – 2020 – wurde uns mit aller Deutlichkeit gezeigt, wie viel Wahrheit noch in diesen Worten steckt, als die sogenannte „bürgerliche Mitte“ mit den Faschist*innen der AfD in Thüringen paktierte um eine Mitte-links-Regierung zu verhindern.

Wehret den Anfängen

Die Katastrophe, in die die Faschist*innen Europa stürzten, brach keineswegs über Nacht an. Sie hatte sich lange angekündigt. Wollen wir heute den Rechtsruck stoppen, lohnt es sich, einen Blick zurück zu werfen.

Als 1929 die Wirtschaftskrise große Teile der Weimarer Republik ins Elend warf, erhielten die sozialistischen Organisationen großen Zulauf. Doch aus Angst vor dem sozialen Abstieg verfielen auch große Teile der Gesellschaft in rassistische und antisemitsche Ressentiments. Den Faschist*innen verschaffte das einen ungeahnten Aufschwung. Nun griffen die Schlägertruppen der SA gezielt linke Organisationen an, um deren steigenden Einfluss zurück zu drängen. Als die herrschenden Verhältnisse aber trotzdem immer instabiler wurden, verhalfen konservative Kräfte, ehemalige Freikorps und Industrielle der NSDAP zur Macht, um die linke Bewegung mit offenem Terror zu bekämpfen. Nachdem die Gefahr von links gebannt war, konnten sich die Herrschenden mit Hilfe der Nazis nun auch dem Versailler Vertrag entledigen und einen neuen Versuch starten, ihre imperialistischen Großmachtansprüche umzusetzen.

Nicht nur in Deutschland bedienten sich die Herrschenden zur Sicherung ihrer Macht – gerade in Zeiten von Krisen und sich zuspitzender sozialer Verhältnisse – faschistischer Kräfte. In allen Ecken der Welt spielt sich bis heute Ähnliches ab. Nicht immer übernahmen die Faschist*innen dabei die Staatsmacht und kein weiteres Mal erreichte deren Barbarei ein Ausmaß, wie im deutschen Faschismus. Dennoch geht dies immer mit Unterdrückung, Verschleppung, Verfolgung und Mord einher.

In der kapitalistischen Klassengesellschaft, in der wir auch heute noch leben, sind Krisen unumgänglich und große gesellschaftliche Gruppen fürchten den sozialen Abstieg. Der ständige Konkurrenzkampf um die Krümel des gesellschaftlichen Reichtums bietet, heute wie damals, den Rechten einen Nährboden für Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Heute wie damals profitieren die Rechten von den Zukunftsängsten der Menschen und dem Vertrauensverlust in die herrschende Ordnung. Die gesellschaftlichen Wurzeln des Faschismus sind offensichtlich immer noch vorhanden. Und dass der Hetzte der AfD in den Parlamenten auch offener Terror auf dem Fuß folgt, dürfte wohl niemanden verwundern. Die Anschläge in München 2016, Halle 2019, Essen/Bottrop 2020 und Hanau 2020 sind dafür traurige Zeugnisse.

Doch dies werden nur die Anfänge sein, wenn es uns nicht gelingt den Schneeball zu zertreten bevor er zur Lawine anwächst. Während der faschistischen Diktatur verloren Millionen von Menschen ihr Leben. Durch Naziterror, Holocaust und Vernichtungskrieg. Doch dies geschah nicht ohne Widerstand. Hundertausende warnten in ganz Europa schon vor Kriegsausbruch vor der aufziehenden Gefahr und wichen vor der Barbarei nicht zurück. Am 08. Mai danken wir all jenen, die für die Befreiung kämpften und gedenken aller, die unterdrückt, eingesperrt und ermordet wurden. Die Losung der Antifaschist*innen, die den Naziterror in Buchenwald überlebten war und ist in ihrem Schwur auf den Punkt gebracht worden: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“. Mit mutigen Menschen wie Bruno Tesch und Centa Herker-Beimler als Vorbilder müssen wir auch 2020 dafür kämpfen, dass sich diese Losung nun endgültig erfüllt.

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Die reaktionären politischen Kräfte sind heute in einer Offensive. Ihre Politik richtet sich gegen Migrant*innen, gegen die Rechte der Frauen* und allgemein gegen erkämpfte Errungenschaften der Lohnabhängigen. Auch die vorhandenen bürgerlichen Freiheiten werden mehr und mehr angegriffen. Vor allem mit der Hetze gegen Geflüchtete schafft es die Rechte immer wieder eine große Anzahl an Menschen zu mobilisieren.

Um den Rechten etwas entgegen setzen zu können, müssen wir eine breite antifaschistische Einheitsfront und gemeinsame Strategien gegen Rechts entwickeln. In der Praxis heißt das, auf verschiedenen Ebenen und für möglichst Viele verständlich, den Faschist*innen jeglichen Agitationsraum streitig zu machen, ihre Auftritte nicht ungestört zuzulassen und ihre Positionen öffentlich zu delegitimieren.

Gehen wir es an – Schulter an Schulter – Gegen Krieg und Faschismus!

08. Mai 2020 – Achtet auf Ankündigungen!

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