Alles was die Polizei über Antifaschismus weiß, ist wie man ihn bekämpft


Wir wurden zu einer Podiumsdiskussion in Augsburg eingeladen. Leider wurden außer uns auch die Polizei Augsburg eingeladen. Um hier auch noch einmal öffentlich zu erklären warum wir uns nicht mit Repressionsbehörden auf eine Bühne setzen veröffentlichen wir unsere Antwort:

Sehr geehrter XXXXXX,

wir haben uns sehr über die Einladung zu einer Podiumsdiskussion gefreut. In Zeiten, in der eine Partei, die FaschistInnen organisiert in fast allen deutschen Parlamenten sitzt, der Diskurs sich immer weiter nach rechts bewegt und Netzwerke von PolizistInnen und BundeswehrlerInnen rechte Terrornetzwerke bilden, ist eine Diskussion über die Frage was wir aus der antifaschistischen Geschichte lernen können und wie wir den Rechten entgegentreten können dringend nötig.
Leider ist außer uns auch die Polizei Augsburg eingeladen. Das Verhältnis von AntifaschistInnen und Polizei hat der Norddeutsche Rundfunk schon vor 30 Jahren treffend zusammengefasst. Als in Rostock-Lichtenhagen ein rassistischer Mob ungestört über Tage ein Wohnheim von GastarbeiterInnen mit Steinen und Molotowcocktails angreifen konnte meldete der öffentlich-rechtliche Rundfunk: „Ein paar dutzend junger Antifaschisten sind an diesem Abend die einzigen, die offen ihren Protest gegen die Randale zeigen. Was die Polizei nicht schafft, das schaffen sie. Sie schlagen die Krawallmacher in die Flucht. Und doch richten sich die polizeilichen Maßnahmen nun gegen sie.“
An diesem Verhältnis hat sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert. Gerne redet die Polizei davon, die Demokratie schützen zu wollen, doch oft genug verhindern sie jeden effektiven Kampf gegen den Faschismus. Als vor wenigen Wochen Neonazis der NPD JournalistInnen mit einer Demonstration einschüchtern wollten, wurde ein vermummter Fascho die Teilnahme an der Veranstaltung von den örtlichen Bullen erlaubt. Währenddessen wurde ein Antifaschist in Augsburg verurteilt, weil er sich angeblich bei einer spontanen Protestaktion gegen die AfD vermummt hätte. Im Zeugenstand natürlich hauptsächlich Angehörige der Polizei. Während in Kurdistan die Kräfte der Volksverteidigungseinheiten YPG/YPJ gegen den Islamischen Staat in türkischer Uniform kämpfen, hält es die Polizei Augsburg für angemessen junge GewerkschaftlerInnen mit Hausdurchsuchungen zu malträtieren, weil sie sich mit diesem Kampf im Internet solidarisch gezeigt haben.
Die Polizei war nie und wird nie eine Kraft des antifaschistischen Kampfes sein. Im Gegenteil: Wann immer man Rechte effektiv bekämpft, stellen sich die Repressionsorgane dieses Staates als Feind heraus. Alles was die Polizei Augsburg über Antifaschismus weiß, ist wie man ihn bekämpft. Deswegen hat sie auf diesem Podium nichts zu suchen und wir werden sie in ihrer verlogenen Selbstdarstellung nicht durch unsere Anwesenheit legitimieren, bis sie uns bei der nächsten Antifa-Demo wieder verprügeln und einsperren.
Eine Diskussion über Antifaschismus kann nur ohne staatliche Repressionsbehörden stattfinden. Sollte es dazu kommen beteiligen wir uns mit Freuden. Solange empfehlen wir die Lektüre unserer Broschüre Staat und Nazis Hand in Hand…?, die in den nächsten Tagen erscheint.

Mit solidarischen Grüßen,
Antifaschistischer Aufbau München

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