Unser Redebeitrag auf der Demonstration “Widerstand heißt Handeln!”


Wir sind heute hier um Georg Elser zu gedenken! Einem Schreiner aus Henningen in Baden-Württenberg. Einem Kommunist, überzeugten Antifaschist und Mitglied im Rotfrontkämpferbund. Einem Menschen, der den Krieg verhindern wollte und bereit war, dafür sein Leben zu geben. Einem Menschen, der eine Bombe baute um die Führungsriege der NSDAP inklusive Hitler in die Luft zu jagen. Einem Genossen, der selbst unter schlimmster Folter seine Genoss*innen, Verwandten und Freunde nicht verriet. Einem Genossen der die Notwendigkeit erkannte und handelte. Ein Jahr lang bereitete er seinen Anschlag vor. Er höhlte eine Säule im Bürgerbräukeller aus um dort seine Bombe zu platzieren. Diese Bombe war mit einem Zeitzünder versehen und sollte am Ende der Rede Hitlers explodieren. Am 8. November 1939 um 21:20 Uhr explodierte die Bombe.

 

7 Faschisten starben. 63 wurden verletzt. Hitler war bereits früher gegangen und entging dem Anschlag. Auch wenn es nicht gelang Hitler zu töten, schaffte es Elser ein klares Zeichen zu setzen. Ein Zeichen des aktiven Widerstands gegen die Bestie des Faschismus. Gegen ein System das alle Menschen, die nicht in ihr grausames Weltbild passten, aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Sexualität oder ihrer politischen Haltung in Zwangsarbeit versklavte, in Konzentrationslager verschleppte und systematisch mehr als 13 Millionen Menschen ermordete.

 

Georg Elser setzte ein Zeichen, dass wo auch immer Faschist*innen auftreten, Widerstand notwendig ist und alle Mittel legitim sind. Was Georg Elser tat, ist auch heute eine Botschaft an uns alle: Widerstand heißt handeln! Wenn heute die Rechte erstarkt, ob auf der Straße mit Pegida oder in den Parlamenten mit der AfD. Ob durch Hetze oder mit mordenden Banden, die eng vernetzt in Bundeswehr und Polizei arbeiten, gilt es frühzeitig zu handeln und unseren Widerstand aufzubauen.

Auch wenn die herrschende Klasse es noch nicht nötig hat Faschist*innen die Macht anzuvertrauen und sich auf Gesetzesverschärfungen wie das Polizeiaufgabengesetz verlässt, bereitet sie sich darauf vor. Es werden Strukturen geschaffen, die wenn dieses System ins Wanken gerät, bereit stehen um den kommenden Widerstand unserer Klasse niederzuschlagen. Eins ist klar, der Faschismus ist nach wie vor ein Ausweg der herrschenden Klasse aus der Krise. Die Wurzel des Faschismus liegt in diesem System. Ein effektiver Antifaschismus muss somit auch immer antikapitalistisch sein. Das hatte Georg Elser erkannt. Nicht ohne Grund wird in der bürgerlichen Geschichtsschreibung seine politische Motivation verschwiegen. Es ist an uns Strukturen aufzubauen. Was wir brauchen ist eine Masse an Menschen, die es schafft, sich gemeinsam, organisiert und kämpferisch den Faschist*innen in den Weg zu stellen. Eine Masse, die sich bei der Wahl der dazu notwendigen Mittel nicht von bürgerlichen Gesetzen einschränken lässt. Die Erkenntnis der Notwendigkeit, gegen die Nazis und Faschist*innen direkt vorzugehen, gilt es hier genauso zu vermitteln, wie die Fähigkeit, diese Mittel mit großen Menschenmassen anzuwenden.

Nur zusammen werden wir es schaffen, schon heute die faschistischen Strukturen zurückzuschlagen und die Möglichkeit einer Welt ohne Ausbeutung und Faschismus zu erkämpfen. Es ist an uns im Gedenken an alle Kämpfer*innen gegen den Faschismus und für eine bessere Zukunft zu handeln. Lasst uns gemeinsam die Antifaschistische Aktion aufbauen.

You may also like

Comments are closed here.