Heraus zum 08. Mai 2019 Teil 4


Heute gilts: um 18:30 am DGB-Haus Auftakt zur Demo zum Tag der Befreiung!
Um den Widerstandskämpfer*innen auch im Stadtbild zu gedenken, haben wir zwei Großleinwände im Westend und Giesing angebracht. Neben Ala Gertner zeigt eines davon Rosa Aschenbrenner, um die es im vorerst letzten Teil unserer Kurzbiographien geht:
Rosa Aschenbrenner wurde am 27.April 1885 in Beilngries geboren und begann sich schon früh politisch zu organisieren. Als überzeugte Feministin trat sie 1908 dem Münchner Frauen- und Mädchenbildungs-Verein bei. Bereits am 6. Juni 1920, nur ein Jahr nach der Einführung des Frauenwahlrechts, wurde sie für die USPD in den bayerischen Landtag gewählt. Innerhalb ihrer Partei gehörte sie zum linken Flügel, der sich mit der KPD zusammenschloss. 1924 wurde sie für die KPD erneut in den bayerischen Landtag gewählt. Das Hauptaugenmerk ihrer Arbeit lag auf der Frauenhilfe, ob beim Kampf gegen das patriarchale Abtreibungsgesetz oder bei der Unterstützung weiblicher Gefangener. Von Anfang an warnte Rosa in ihren Ansprachen im Landtag vor den Gefahren des Faschismus. Aufgrund strategischer Differenzen bezüglich des Antifaschismus wurde sie 1929 aus der KPD gedrängt. Am 1. Mai 1930 fasste Rosa Aschenbrenner den Entschluss, wieder der SPD beizutreten, wurde vom rechten Flügel der Partei allerdings von den größeren Posten abgehalten. Bereits wenige Tage nach der Machtübernahme der Nazis durchsuchte die Polizei ihre Wohnung und nahm Rosa mit der Begründung, sie sei „Führer der KPD und Organisatorin der Roten Hilfe“, in Haft Auf Nachfrage, ob die „Schutzhaft“ ausgesetzt werden könnte, antwortete die faschistische Justiz: „Nein, es ist nicht zu erwarten, dass sie ihre der nationalen Bewegung feindselige Gesinnung ändert und ihre Tätigkeit im Interesse des Marxismus einstellen wird.“ Für das, was sie im Gerichtsgefängnis Neudeck erlebte, fand sie bis zu ihrem Lebensende keine Worte. Nach der Entlassung Anfang Juni 1933 unterlag sie fast 2 Jahre lang einer zweitäglichen Meldepflicht bei der Polizei und wurde danach weiter von den Nationalsozialisten „beaufsichtigt“. Ende der dreißiger Jahre vermerkte die überwachende Gestapo in einer Liste gefährlicher Sozialdemokraten: „Gesinnung (marxistische) nicht geändert.“

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