Heraus zum 08. Mai 2019 Teil 2


Der zweite Teil unserer Reihe Kurzbiographien von Widerstandskämpfer*innen zum 8. Mai:
Ala Gertner war eine jüdische Widerstandskämpferin im Konzentrationslager Ausschwitz und beteiligt am bewaffneten Aufstand des Sonderkommandos in Ausschwitz-Birkenau.
Ala Gertner wurde am 12.März 1912 in Bedzin im heutigen Polen geboren. Bereits am 28.Oktober 1940 wurde sie von den Nationalsozialisten ins Arbeitslager Geppersdorf deportiert, wo sie Zwangsarbeit leisten musste. Hierbei wurden jüdische Frauen und Männer unter extremer Ausbeutung, zum Bau der Autobahn gezwungen. Zwischen Juli und August 1944 wurde Ala Gertner ins Konzentrationslager Ausschwitz deportiert. Dort war sie Teil des „Sonderkommandos Ausschwitz-Birkenau“, ein Arbeitskommando, welches die Aufgabe hatte, die Ermordung der Häftlinge vorzubereiten, sie auszuplündern und ihre Leichen anschließend in den Krematorien zu verbrennen. Dies diente dazu, die Psyche der SS-Mitglieder zu schonen und die Zeugenschaft des systematischen Massenmordes zu verhindern, indem die Angehörigen des Sonderkommandos nach einer gewissen Zeit erschossen wurden. Dort trat Ala einer Widerstandsgruppe innerhalb des Lagers bei, folglich schmuggelte sie monatelang Schießpulver aus einer Munitionsfabrik, in der sie in der Zeit arbeiten musste. Am 07. Oktober 1944 kam es trotz der unbeschreiblich schrecklichen Umstände zu einem bewaffneten Aufstand des Sonderkommandos. Die geplante Massenflucht wurde vereitelt, doch ein Krematorium wurde mit dem zuvor hineingeschmuggelten Schießpulver teilweise zerstört und sorgte dafür, dass die Mordmaschinerie der Faschisten verzögert wurde, dies trug zum Überleben vieler Gefangener bei, die sonst durch die SS vergast worden wären. Nach monatelanger Folter wurden Ala Gertner mit drei weiteren Widerstandskämpferinnnen wenige Tage vor der Auflösung des Lagers durch Hängen ermordet. Es wurden Alas letzte Worte überliefert, sie rief kurz vor der nahenden Hinrichtung: „Bleibt stark!“ und „Rache!“, was ihren festen antifaschistischen Willen und ihre moralische Standhaftigkeit nochmals verdeutlicht.

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