Heraus zum 08. Mai 2019 Teil 1

Heraus zum 08. Mai 2019 Teil 1


Die nächste Tage werden wir die Widerstandskämpfer*innen, die auf unseren Flyern zum 8. Mai zu sehen sind jeweils mit einer Kurzbiographie beleuchten. Der Kampf um die Geschichte wird auch heute noch erbittert von Rechts geführt. Grund genug die Held*innen des Widerstandes nicht zu vergessen. Los geht es mit Sara Ginaite-Rubinson. Und nicht vergessen: Wir sehen uns am 8. Mai um 18:30 auf der Straße vor dem DGB-Haus.

Sara Ginaite-Rubinson war während des zweiten Weltkriegs eine jüdische Partisanin aus Litauen.
Sara Ginaite wurde am 17.März 1924 in Kaunas geboren. Sie ging noch zur Schule, als die Nationalsozialisten 1941 in Litauen einfielen. Drei ihrer Onkel wurden im sogenannten Kaunas-Pogrom ermordet, bei dem die Nazis Litauer dazu veranlassten, Juden zu erschießen. Dem Pogrom
fielen 9200 Menschen zum Opfer, beinahe die Hälfte von ihnen waren Kinder. Sara Ginaite und die Überlebenden ihrer Familie wurden ins Ghetto-Kaunas deportiert, wo sie einer Antifaschistischen Gruppe beitrat. Sie heiratete den Leiter der Jugendorganisation dieser Gruppe Misha Rubinson und brach mit ihm im Winter 1943 aus dem Ghetto aus. Sie flüchteten in den Wald von Rudninkai, wo sie sich der „Fareinikte Partisaner Organisatzije“ (FPO/ deutsch: Vereinigte Partisanen-
Organisation) anschlossen, einem Zusammenschluss jüdischer und kommunistischer Widerstandsgruppen. Die FPO befasste sich zunächst mit der Beschaffung von Waffen, Sabotage in Betrieben, sowie dem Zerstören von Gleisanlagen innerhalb des Ghettos. Als die SS am 1.
September 1943 damit begann, die Gefangenen nach Estland zu deportieren, rief die FPO zum bewaffneten Aufstand auf. Die meisten glaubten allerdings den Lügen der Nazis, dass es sich hierbei nur um einen Arbeitseinsatz handle, so war die FPO gezwungen sich in die Wälder
zurückzuziehen. Sara kehrte zwei mal zurück ins Ghetto, um anderen bei der Flucht zu helfen, dabei verkleidete sie sich als Krankenschwester, welche erkrankte Arbeiter begleiten sollte. Sie beteiligte sich auch an der militärischen Befreiungsaktion des Ghetto-Kaunas, wo sie allerdings feststellen musste, dass 90 Prozent der Bewohner ermordet wurden, darunter auch der Großteil ihrer Familie.
Mit Hilfe der sowjetischen Partisanen gelang es der FPO am 13. Juli 1944 das Ghetto-Wilna zu befreien. Sara Ginaite überlebte den Zweiten Weltkrieg und kämpfte ihr Leben lang weiter als überzeugte Antifaschistin gegen den Antisemitismus.

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